Der Zusammenbruch des Golfstroms könnte verheerende Kälte über das Vereinigte Königreich bringen
Wissenschaftler warnen vor einer raschen Abschwächung des Golfstroms, die möglicherweise zu drastischen Temperaturabfällen in Großbritannien und Europa führen könnte.

Der Zusammenbruch des Golfstroms könnte verheerende Kälte über das Vereinigte Königreich bringen
Der Golfstrom, eine lebenswichtige Meeresströmung, die die Temperaturen im Vereinigten Königreich relativ mild hält, steht vor einem alarmierenden Rückgang. Entsprechend Spiegel Wissenschaftler der University of California entdecken verblüffende Beweise dafür, dass der Golfstrom, offiziell bekannt als Atlantic Meridional Overturning Circulation (AMOC), in einem beispiellosen Tempo schwächer geworden ist. Dieses Phänomen ist seit über einem Jahrhundert im Gange und könnte bald zu einem völligen Zusammenbruch führen.
Ohne den Golfstrom könnten die Durchschnittstemperaturen in Großbritannien um mindestens 10 °C sinken, warnen Experten, was schlimme Folgen für die Bevölkerung hätte. In den schockierendsten Szenarien könnten in Schottland Temperaturen von bis zu -30 °C herrschen, während London von extremer Kälte bis zu -19 °C heimgesucht werden könnte. Professor Wei Liu, Leiter der in Communications Earth & Environment veröffentlichten Studie, betont, dass dieser Abschwächungstrend mit einem anhaltenden Kaltwassergebiet südlich von Grönland und Island zusammenhängen kann. Interessanterweise blieb dieser Fleck über hundert Jahre lang von der globalen Erwärmung verschont, was in der wissenschaftlichen Gemeinschaft für Aufsehen sorgte.
Die Rolle des Golfstroms
Der Golfstrom ist mehr als nur heißes Wasser, das von Florida über den Atlantik fließt; Es ist ein integraler Bestandteil der Zirkulation des Atlantischen Ozeans und transportiert warmes Wasser nach Norden, während es kaltes Wasser nach Süden schickt. Der Nationale Zentren für Umweltinformationen (NCEI) unterstreicht die Bedeutung des AMOC für die Aufrechterhaltung des Klimagleichgewichts. Eine geschwächte AMOC könnte zu heißerem Wetter in tropischen Regionen, kälteren Temperaturen in Polargebieten, gestörten Niederschlagsmustern und stärkeren Stürmen sowie einem Anstieg des Meeresspiegels entlang der nordamerikanischen Atlantikküste führen.
Wenn man etwas zurückgeht, haben Forscher in den letzten sechs Jahrzehnten umfangreiche ozeanische Daten analysiert. Diese Untersuchung hat eine bedauerliche Wahrheit ans Licht gebracht: Während die AMOC von 1955 bis 1994 stabil war, haben ihre Stärke und Geschwindigkeit in den letzten 20 Jahren deutlich abgenommen. Der beunruhigende Rückgang wird auf Klimafaktoren wie Oberflächenerwärmung und Veränderungen des Salzgehalts zurückgeführt. Dennoch stellt das NCEI einen Funken Widerstandsfähigkeit im Golfstrom selbst fest.
Die globalen Implikationen
Die Auswirkungen eines möglichen Zusammenbruchs der AMOC sind nicht auf Europa beschränkt. Wie eine Gruppe von 44 Klimawissenschaftlern in einem offenen Brief betonte, der am veröffentlicht wurde Live-Wissenschaft, die Risiken, denen die Meeresströmung ausgesetzt ist, wurden wahrscheinlich unterschätzt und sofortiges Handeln ist unerlässlich. Die Wissenschaftler betonen insbesondere, wie ein zusammenbrechender AMOC zu dramatischen Klimaveränderungen in nordischen Ländern führen, einen „kalten Fleck“ im östlichen Nordatlantik verschärfen und sogar die landwirtschaftliche Stabilität in ganz Nordwesteuropa gefährden könnte.
Aber die Auswirkungen hören hier nicht auf. In anderen Regionen könnte es zu erheblichen Wetterveränderungen kommen. Beispielsweise könnte eine deutliche Verschiebung tropischer Monsunsysteme nach Süden die Landwirtschaft und die Ökosysteme weltweit beeinträchtigen. Darüber hinaus könnte ein solcher Stopp der Meeresströmungen den Anstieg des Meeresspiegels entlang der Atlantikküste der Vereinigten Staaten verstärken und eine Kaskade schädlicher Auswirkungen auf Meeresökosysteme und Fischereien verursachen.
Während der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) davon ausgeht, dass mittleres Vertrauen besteht, dass die AMOC nicht vor 2100 vollständig zusammenbrechen wird, halten die Wissenschaftler diese Vorhersage für zu optimistisch. Sie betonen, dass selbst eine mäßige Wahrscheinlichkeit eines Zusammenbruchs eine ernsthafte Bedrohung mit potenziell katastrophalen Folgen darstellt.
Angesichts dieser eskalierenden Warnungen ist daher der wachsende Konsens klar: Es sind dringend Klimaschutzmaßnahmen erforderlich. Die politischen Entscheidungsträger müssen diese Warnungen beherzigen und ihre Anstrengungen verstärken, um die im Pariser Abkommen von 2015 festgelegten Ziele zu erreichen, die darauf abzielen, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Die Botschaft muss laut und deutlich klingen: Das Ignorieren des Zustands des Golfstroms könnte für uns alle eine Katastrophe bedeuten.