200 Marines sind in Florida im Einsatz, um ICE inmitten der Einwanderungswelle zu unterstützen
Die USA entsenden 200 Marines nach Florida, um ICE-Operationen zu unterstützen und sich mit Migrationsmanagement und Grenzkontrolle zu befassen.

200 Marines sind in Florida im Einsatz, um ICE inmitten der Einwanderungswelle zu unterstützen
Das US-Verteidigungsministerium hat mit der Entsendung von rund 200 Marineinfanteristen des Marine Wing Support Squadron 272 mit Sitz in New River, North Carolina, einen bedeutenden Schritt getan, um die Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) in Florida zu unterstützen. Dieser Schritt ist eine Reaktion auf eine Anfrage des Department of Homeland Security (DHS) vom 9. Mai 2025, die darauf abzielt, die Belastungen der internen Migrationskontrolle für ICE angesichts zunehmender Einwanderungsherausforderungen zu verringern.
Verteidigungsminister Pete Hegseth genehmigte diesen Einsatz, der im Rahmen von Titel 10 auf bis zu 700 aktive Soldaten ausgeweitet werden kann, darunter auch Mitglieder der Nationalgarde und der Reserven. Insbesondere werden sich die Aufgaben dieser Marines auf administrative und logistische Unterstützung beschränken, wie etwa Transportkoordination und Dateneingabe. Ihnen ist der direkte Kontakt mit Inhaftierten oder die Teilnahme an Inhaftierungseinsätzen ausdrücklich untersagt.
Kontext der militärischen Beteiligung an der Einwanderung
Dieser Einsatz spiegelt einen breiteren Trend der Militarisierung entlang der US-Grenzen wider. In den letzten Jahren haben unerlaubte Einreisen und Einwanderungsprobleme stark zugenommen, was zu militärischer Unterstützung bei der Grenzüberwachung geführt hat. Beispielsweise bedecken ausgewiesene militarisierte Zonen mittlerweile fast ein Drittel der Grenze zwischen den USA und Mexiko, wie Associated Press berichtet. Diese von Militärstützpunkten überwachten Gebiete haben zu fast 1.400 Anklagen wegen Hausfriedensbruchs gegen Personen geführt, die versuchten, illegal über die Grenze zu gelangen.
In Orten wie Luna County, New Mexico, sind die Reaktionen auf eine verstärkte Militärpräsenz gemischt. Während einige örtliche Landwirte diese Initiative zur Verbesserung der Grenzkontrolle unterstützen, werden Bedenken hinsichtlich des eingeschränkten Zugangs zu öffentlichem Land durch Umwelt- und Bürgerrechtsaktivisten geäußert. Während die Rolle des Militärs entlang der Grenze zunimmt – mittlerweile sind es mehr als 7.600 Soldaten –, bleiben der Zugang der Öffentlichkeit und die Auswirkungen einer solchen Intervention umstrittene Themen.
Blick über die Grenzen hinaus
Unterdessen tauchen an den Grenzen südlich der Vereinigten Staaten ähnliche Probleme auf. In Chile beispielsweise hat Präsident Sebastián Piñera Maßnahmen ergriffen, um das militärische Engagement gegen illegale Einwanderung und organisierte Kriminalität entlang der Nordgrenzen zu verstärken. Die Änderung des Dekrets 265 ermöglicht es den Streitkräften, logistische Unterstützung bei der Aufdeckung und Kontrolle illegaler Grenzübertritte zu leisten.
Der chilenische Kontext verdeutlicht die zunehmende Belastung durch geheime Einwanderungsrouten, wo die Zahl zwischen 2019 und 2020 von 8.000 auf 13.000 stieg. Dies spiegelt ähnliche Trends in den USA wider und zeigt, dass die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Migration nicht nur in den USA, sondern in ganz Lateinamerika zunehmen.
Die neue Gesetzgebung in Chile zielt darauf ab, einen fairen und humanen Umgang mit Migranten zu gewährleisten und gleichzeitig die dem Staat zur Verfügung stehenden Instrumente zu stärken. Dieser Schritt steht im Einklang mit dem Rahmen der Einwanderungsgesetze, der eine bessere Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und den lokalen Behörden ermöglichen soll und Aspekte der US-Strategien widerspiegelt.
Während sich die Nationen mit diesen drängenden Einwanderungsproblemen auseinandersetzen, wirft die Rolle der Streitkräfte bei der Grenzverwaltung Fragen zum Gleichgewicht zwischen Sicherheit und humanitären Erwägungen auf. Ob in Florida, Chile oder in der gesamten Region: Das Zusammenspiel von Migrationskontrolle, militärischem Engagement und Auswirkungen auf die Gemeinschaft wird weiterhin die Diskussion über Einwanderungspolitik prägen.