Demonstranten versammeln sich in Venedig gegen Bezos‘ verschwenderische Hochzeit inmitten von Bedenken wegen Overtourism
Proteste in Venedig gegen die Hochzeit von Jeff Bezos werfen ein Schlaglicht auf Themen wie Overtourism und Vermögensungleichheit und ziehen internationale Aufmerksamkeit auf sich.

Demonstranten versammeln sich in Venedig gegen Bezos‘ verschwenderische Hochzeit inmitten von Bedenken wegen Overtourism
Während die Pläne rund um die bevorstehende Hochzeit des Milliardärs Jeff Bezos und Lauren Sanchez im atemberaubenden Venedig im Umlauf sind, kommt es in der Stadt zu Protesten von Anwohnern und Aktivisten. Am 23. Juni 2025 war der berühmte Markusplatz die Kulisse für eine Greenpeace-Demonstration, bei der sechs Demonstranten ein Transparent entfalteten, auf dem stand: „WENN SIE VENEDIG FÜR IHRE HOCHZEIT MIETEN KÖNNEN, KÖNNEN SIE MEHR STEUERN ZAHLEN.“ Die örtliche Polizei rückte umgehend an, um das Banner zu entfernen, doch der Protest verdeutlichte die wachsende Unzufriedenheit der Venezianer über die Auswirkungen der hochkarätigen Veranstaltung.
Dieses Treffen ist Teil der Bewegung „Kein Platz für Bezos“, die lokale Befürworter vereint, die der Meinung sind, dass die rauschende Feier ein Sinnbild für umfassendere Themen ist, insbesondere die Priorisierung des Tourismus gegenüber den Bedürfnissen der Anwohner. Aktivisten haben Bedenken geäußert, dass die Hochzeit, die schätzungsweise unglaubliche 21 Millionen US-Dollar kosten wird und namhafte Gäste wie Katy Perry und Oprah Winfrey anzieht, die bestehenden Herausforderungen des Overtourism, die Venedig plagen, weiter verschärfen wird.
Tourismus auf dem Vormarsch
Venedig hat mit seinen malerischen Kanälen und seiner reichen Geschichte tatsächlich einen Charme, der bei einer Bevölkerung von etwa 50.000 Menschen jedes Jahr über 20 Millionen Touristen anzieht. Dieser Konflikt zwischen Besuchern und Bewohnern wirft kritische Fragen für die örtliche Gemeinschaft auf. Die Stadtregierung hat versucht, den Druck zu mildern, indem sie in Spitzenzeiten Eintrittsgelder einführte; Viele Einwohner halten diese Maßnahmen jedoch für unzureichend, um den überwältigenden Zustrom von Touristen zu bewältigen.
Federica Toninello, eine Organisatorin der Proteste, hat Pläne geäußert, den Zugang zum Hochzeitsort zu blockieren, bei dem es sich Gerüchten zufolge um die Misericordia handelt – einst eine Wohltätigkeitseinrichtung, die jetzt für Veranstaltungen wie diese umfunktioniert wird. Die lokalen Bedenken spiegeln die Stimmung wider, die in ganz Europa geteilt wird. Ähnliche Demonstrationen finden in Städten wie Barcelona, Mallorca und Lissabon statt, wo Bürger gegen die grassierenden Auswirkungen des Massentourismus auf ihre Gemeinden protestieren.
Vermögensunterschiede und Besteuerung
Die Proteste haben auch die Aufmerksamkeit auf das umfassendere Thema der Besteuerung der Superreichen gelenkt, das direkt mit den Gefühlen vieler Menschen gegenüber Bezos‘ beträchtlicher Finanzkraft zusammenhängt. Wie The Hill hervorhebt, zielen die laufenden Diskussionen über eine vorgeschlagene „Five and Dime Tax“ darauf ab, das Ungleichgewicht in der Vermögenskonzentration zu beseitigen. Diese Steuer würde eine Gebühr von 5 % auf Vermögen über 50 Millionen US-Dollar und eine Gebühr von 10 % auf Vermögen über 250 Millionen US-Dollar erheben, was möglicherweise über ein Jahrzehnt hinweg 6,8 Billionen US-Dollar einbringen würde, was das wachsende Vermögen der Milliardärsklasse effektiv eindämmen könnte.
Die nackte Realität ist, dass etwa 300.000 amerikanische Haushalte mit einem Vermögen von mehr als 50 Millionen US-Dollar über 35 Billionen US-Dollar verfügen, eine Zahl, die die Staatsverschuldung der USA widerspiegelt. Kritiker argumentieren, dass die Privilegien, die die Reichen genießen, die Demokratie untergraben und die wirtschaftlichen Ungleichheiten verschärfen, was die Frustration in den lokalen Gemeinschaften schürt, die durch Probleme wie Overtourism belastet sind.
Eine lokale und globale Bewegung
Die Kombination aus hochkarätigen Hochzeiten und Milliardären wie Bezos in ökologisch fragilen Städten wie Venedig wirft Klima- und Regierungsfragen von globaler Tragweite auf. Während Vertreter der Stadt die bevorstehende Hochzeit unterstützten und örtliche Forschungsverbände sogar erhebliche Spenden aus Bezos‘ Earth Fund ankündigten, verdeutlichen die Proteste die Unzufriedenheit der Anwohner, die sich zugunsten wohlhabender Besucher ignoriert fühlen.
Während Venedig an diesem Scheideweg steht, erinnern uns die Proteste daran, dass hinter dem Glanz der Promi-Treffen komplexe lokale Spannungen stecken, die nicht übersehen werden dürfen. Es wird interessant sein zu sehen, wie die Stadt diese Herausforderungen meistert und ihr reiches Erbe mit den Anforderungen des modernen Tourismus und Handels in Einklang bringt.